Fragen an die Solawi Düsseldorf

Wie seid ihr organisiert?
Wir sind ein eingetragener Verein. Aktuell haben wir unseren Gärtner Niklas mit 24 Stunden die Woche und drei Minijobber*innen angestellt. Die Arbeit abseits des Ackers organisieren wir ehrenamtlich in verschiedenen AGs.
Wir sind basisdemokratisch organisiert, d.h. alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Dazu treffen wir uns einmal im Monat zu einer Vollversammlung in der Halle „Leben findet Stadt“ in der Uedesheimer Straße 2. In den Vollversammlungen entscheiden wir zum Beispiel darüber, in welches Saatgut oder welche Gerätschaften wir unser Geld investieren wollen, und halten uns über die Aktivitäten auf dem Feld und in den verschiedenen ehrenamtlichen Arbeitsgruppen auf dem Laufenden.

Wo ist euer Feld?
Wir haben ein rund 9000 m² großes Stück Land bei Kaarst-Büttgen von Familie Hannen (Bioland Lammertzhof) gepachtet. Die Anfahrt findet ihr hier (→ http://solawi-duesseldorf.de/anfahrt-zum-acker).

Was baut ihr an?
Der Acker ist Bioland-zertifiziert. Wir selbst bauen nach den Grundsätzen ökologischer Landwirtschaft an. Auf unserem Acker gibt es seit 2018 auch einen Folientunnel, in dem wir Tomaten, Paprika, Auberginen und Gurken angepflanzt haben. Im Freiland wächst eigentlich alles, was das Gemüseherz begehrt: Kräuter, Rübstiel, Rettich, Salate, Zucchini, Kürbis, Kohlrabi, Bohnen, Zuckererbsen, Tomaten, Physalis, Mangold, Spinat, Pastinaken, Möhren, Kartoffeln, Petersilienwurzel, Rote Bete, Stangensellerie und Knollensellerie, diverse Kohlsorten, Zwiebeln und Knoblauch.

Wer ist die Solawi Düsseldorf? 
Aktuell haben wir 40 Ernteanteile. Manche Mitglieder teilen sich einen Ernteanteil oder nutzen ihn als Familie/Wohngemeinschaft, so dass wir insgesamt rund 70 Solawistas sind.

Wir sind ein buntgemischter Haufen von jung bis alt und alles dazwischen. Einige haben Kinder, die auch auf dem Acker mitmischen.

Wie kann ich Kontakt aufnehmen und Mitglied werden?
Aktuell sind alle Anteile vergeben – es gibt aber eine Warteliste für 2019. Außerdem wird immer mal wieder wegen Umzug o.Ä. auch spontan ein Platz frei. Bei Interesse an Neuigkeiten und oder einem Wartelistenplatz kannst du uns einfach eine Mail (→ info@solawi-duesseldorf.de) schreiben.

Wenn du uns kennenlernen willst, kannst du auch einfach persönlich bei einem unserer Infostände vorbeikommen. Wir sind regelmäßig in Düsseldorf und Umgebung unterwegs. Die anstehenden Termine findest du hier (→ http://solawi-duesseldorf.de/mach-mit) auf unserer Homepage oder auf facebook (→ www.facebook.com/soolawi). Wenn du uns auf dem Acker besuchen möchtest, sag am besten vorher kurz Bescheid, dann informieren wir dich über die nächsten Aktionstage und Ernten.

Was kostet das?
Mit der Solidarischen Landwirtschaft entziehen wir uns ein stückweit dem (Welt-)Markt und haben eine genossenschaftliche Finanzierungsform gewählt. Wir zahlen pro Ernteanteil einen monatlichen Beitrag, welcher auf der jährlichen Bieter*innenrunde festgelegt wird, sowie eine einmalige Einlage als Sicherheit. Wir bezahlen also nicht für die jeweilige Gemüselieferung, sondern stellen mit diesem Modell sicher, dass die saisonal schwankenden Kosten das ganze Jahr über gedeckt sind und wir unserem Gärtner und den Minijobber*innen ein regelmäßiges Gehalt zahlen können.

Aktuelle Beiträge (Stand 08.08.2018)
Monatsbeitrag: 92 Euro (im Durchschnitt aller Mitglieder)

Einmalige Einlage: 150 Euro (wird bei Austritt aus der Solawi nach dem Ende des Wirtschaftsjahres zurückgezahlt)

Unser Solawi-Jahr geht von Januar-Dezember. Die Bieter*innenrunde für 2019 wird voraussichtlich im November/Dezember 2018 stattfinden.

Du verpflichtest dich für jeweils ein Jahr. Wer im laufenden Jahr aussteigen möchte, muss sich eigenständig um eine*n Nachrücker*in kümmern.

Wie funktioniert die Bieter*innenrunde?
Der Beitrag pro Ernteanteil wird auf der jährlichen Bieter*innenrunde festgelegt. Diese findet vor dem Start der neuen Saison statt. Jedes Mitglied gibt hier ein Gebot im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten für den Ernteanteil ab. Zur Orientierung gibt es einen durchschnittlichen Beitrag. In Summe aller Gebote müssen die Gesamtkosten für das Jahr erreicht werden.

Die Idee: Wer mehr geben kann, gibt mehr – damit sich auch Menschen mit weniger finanziellen Möglichkeiten die Mitgliedschaft leisten können. Wir sind in unserer Solawi somit auch solidarisch untereinander.

Wo sind die Verteilpunkte?
2018 gibt es drei Verteilpunkte, an denen die Ernteanteile abgeholt werden können: direkt am Acker in Büttgen, in der Halle „Leben findet Stadt“ in der Uedesheimer Straße 2 in Düsseldorf und für den Düsseldorfer Norden gibt es in Mörsenbroich einen privaten Verteiler.
Gerne können selbstorganisiert auch noch weitere Verteilpunkte entstehen.

Wie laufen die Ernte und die Verteilung ab?
Einmal in der Woche wird auf unserem Feld geerntet, und zwar das, was gerade erntereif ist. Wir organisieren die Ernte unter Anleitung vom Gärtnerteam und den Transport nach Düsseldorf selbst und wechseln uns ab. Aktuell sollte jeder Anteil etwa alle anderthalb Monate bei der Ernte mithelfen. Geerntet wird meist donnerstags oder freitags am frühen Abend (ab 18 Uhr), sodass Du problemlos nach Feierabend mitmachen kannst. Das Gemüse wird in Erntekisten zu den Verteilpunkten transportiert und kommt daher unverpackt vom Acker bis auf deinen Tisch – ein wichtiges Argument für alle, die unnötigen Verpackungsmüll vermeiden wollen.

Wieviel Gemüse bekommt jeder?
Wir ernten in der Regel ab Mitte Mai bis Dezember wöchentlich (ob und wie viel ist natürlich von den saisonalen Gegebenheiten abhängig). Eventuell gibt es im Januar/Februar noch vereinzelt Erntekisten, im März/April ruht die Ernte. In den ersten Maiwochen ist die Ernte noch überschaubar. Ab Hochsommer musst Du Dich dann ernsthaft mit den Methoden des Haltbarmachens beschäftigen, da Du u. U. gar nicht mehr alles verbrauchen kannst. Viele Mitglieder teilen sich daher zu zweit einen Anteil.

Beispielmengen:

KW 21: Bund Rucola, 1 Salat, 1 Bund Stielmus, 1 Bund Petersilie, 1 Bund Radieschen
KW 31: 1 Stange frischer Knoblauch, 0,5 kg Cocktailtomaten, 0,5 kg Tomaten, 400g Mangold, 0,5g Bohnen, 1 Brokkoli, 1 Rote Bete, 5 Zucchini, 5 Gurken, 1 Bund Basilikum, 1 Bund Petersilie

KW 41: 2 Salate, Feldsalat, 1 Fenchel, 1 Brokkoli, Palmkohl, 1 Radicchio, 1 Bund Schnittlauch, 0,3g Topinambur Zukauf: 500g Kartoffeln und 500g Möhren

KW 51: Rosenkohl, Grünkohl, Lauch, Feldsalat | Zukauf: 500g Kartoffeln, 500g Karotten

Was ist der Unterschied zur Biokiste?
In unsere Kisten kommt das rein, was gerade reif ist – und das ändert sich natürlich im Laufe des Jahres. Sowohl die geernteten Sorten als auch die wöchentliche Menge unterliegen saisonalen Schwankungen. Mal reicht es gerade übers Wochenende, mal kommt man mit dem Essen nicht hinterher und muss einkochen, fermentieren und einfrieren, was das Zeug hält.

Ein weiterer Unterschied zur Gemüsekiste ist, dass wir nicht einfach ein fertiges Produkt ausgeliefert bekommen, sondern unser Gemüse von der Aussaat bis zur Ernte selbst hegen und pflegen und es dadurch noch besser schmeckt!

Über den monatlichen Beitrag wird die Landwirtschaft – nicht das einzelne Lebensmittel – finanziert. Wir sichern so über ein Jahr solidarisch, dass die Arbeit für unser Essen bezahlt wird. Die Gemeinschaft trägt alle Kosten und Risiken, die bei Anbau, Pflege und Ernte anfallen. Die Ernte wird unter allen Anteilen aufgeteilt.

Für wen das System der solidarischen Landwirtschaft nicht passt, dem raten wir sich mal die Abokiste des Lammertzhofs anzusehen: hier
(→
https://www.lammertzhof.net/einkaufen/gemuese-abo-oekokiste)

Gibt es Zukauf?
Im ersten Jahr haben wir Kartoffeln, Möhren und vereinzelt Gemüse vom Lammertzhof, das wir selbst nicht angebaut haben, zugekauft.

In 2018 haben wir uns selbst im Anbau von Kartoffeln und Möhren versucht und uns erst einmal gegen einen Zukauf entschieden.

Die Vollversammlung entscheidet darüber, ob Gemüse zugekauft wird oder nicht.

Darf ich auf dem Feld helfen?
Ja! Aktive Mitarbeit ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht! Je mehr Leute sich ehrenamtlich engagieren, desto üppiger wird die Ernte. Pi mal Daumen solltest du einplanen, mindestens vier Stunden im Monat in die Solawi zu investieren. Mehr geht natürlich immer! Neben den wöchentlichen Erntetagen gibt es bei Bedarf samstags Aktionstage, bei denen viele helfende Hände gebraucht werden.

Die wichtigste Regel für die Mitarbeit auf dem Feld lautet: Alle beachten die Anweisungen des Gärtner*innenteams.

Kann ich auch mitmachen, wenn ich nicht in Düsseldorf wohne?
Im Grunde ist das möglich. Momentan gibt es z.B. Mitglieder, die in Langenfeld, Solingen, Erkrath, Kaarst und Korschenbroich wohnen. Unser Acker liegt in Kaarst-Büttgen und es gibt dort auch einen Verteilpunkt. Wenn du jedoch zu weit weg wohnst, wird es für dich eventuell nicht möglich sein, regelmäßig auf dem Feld in Büttgen oder bei unseren Treffen in Düsseldorf vorbeizukommen. Bevor du dich für ein ganzes Jahr bei uns verpflichtest, schau doch erst einmal, ob es nicht auch in deiner Nähe eine Solawi gibt.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, sich zu engagieren?
Neben der Arbeit auf dem Feld erledigen wir die anfallenden Aufgaben in Arbeitsgruppen. Momentan gibt es folgende AGs: AG Öffentlichkeitsarbeit, AG Feiern, AG Bildung, AG Acker, AG Logistik, AG Haltbarmachen, AG Finanzen und AG Recht.

Seid ihr vegan?
Wir düngen momentan mit Hornspänen und Pferdemist.

 

nächster Termin: 10. Januar 2018

ab 18.00 Uhr: Kennenlernen und Fragerunde für neue Gesichter,
um 19.00 Uhr: Vollversammlung mit Bieterrunde,
Ort: Leben findet Stadt, Uedesheimer Str. 2, 40223 Düsseldorf

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